Tomatengewäachshaus Ratgeber, Anbau und Pflege von Tomaten

Tomaten sind recht anspruchsvolle Pflanzen und eigenen sich in der Regel nicht, um im Freiland angebaut zu werden. Nässe, Wind und Temperaturschwankungen sind oftmals der Tod für die meisten Tomatenpflanzen. Auch robuste Sorten reagieren im Freiland häufig mit dem Abwerfen ihrer Blüten und einem damit einhergehenden Ernteausfall. Und auch Schädlinge haben bei ungeschützten Tomatenpflanzen leichtes Spiel. Doch wie schützen Sie Ihre Pflanzen am besten vor Schäden? Ganz einfach: Mit einem Tomatengewächshaus.

In einem Tomatengewächshaus sind Ihre Tomatenpflanzen bestens vor Schädlingen, Witterung und durch Nässe entstehenden Pilzbefall geschützt. Selbst kleinste Tomatengewächshäuser oder selbst gebaute Überdachungen gleichen Temperaturverluste gut aus und schützen Ihre Pflanzen vor Schäden. Hier entwickeln sich Ihre Pflanzen besonders gut, da sie in einer mehr oder weniger kontrollierten Umgebungen optimale Bedingungen vorfinden.

Tomatenhaus selbst bauen oder kaufen – Der Vergleich

Wenn Sie sich zum ersten Mal mit der Anzucht von Tomaten beschäftigen, müssen Sie sich nicht zwangsläufig ein Tomatengewächshaus zulegen. Sie können für den Anfang damit beginnen, sich eine Überdachung für Ihre Tomaten selbst zu bauen. Wichtig ist lediglich, dass das Dach des Tomatenhauses lichtdurchlässig ist und die Pflanzen vor Wind und Wetter geschützt stehen. Das erreichen Sie am besten, indem Sie sich an den Stil eines Anlehngewächshauses orientieren. Hierzu dient die Hauswand oder die Außenwand eines Schuppens als Rückwand des Gewächshauses. Von oben und den Seiten schützen Sie die Pflanzen wahlweise mit Glas- oder Kunststoffplatten oder mit einer speziellen Gewächshausfolie, die Licht- und UV durchlässig ist. Achten Sie im Sommer darauf, dass die Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Wenn Sie sich für eine etwas professionellere Variante entscheiden möchten, können Sie sich einen entsprechenden Bausatz für ein Tomatengewächshaus zulegen. Diese bestehen meistens aus einem sehr robusten Rahmen und eine Spezialfolie. Dadurch lässt sich das Tomatengewächshaus sehr schnell aufbauen. Mit einem solchen Leichtbausatz sind Sie auch nicht dauerhaft an einen Standort gebunden und können quasi Jahr für Jahr mit Ihrem Gewächshaus den Standort wechseln und immer wieder frischen Boden für die Anzucht Ihrer Tomaten nutzen. Da Tomaten zu den sogenannten Starkzehrern gehören, sollte man sie nicht über Jahre hinweg an dem gleichen Standort anbauen. In allen Fällen kann es von Vorteil sein, wenn eine Heizanlage installiert wird. So müssen Sie die Pflanzen bei plötzlichem Kälteeinbruch nicht zurück ins Haus holen. Da die Tomaten übelicherweise direkt in die Erde gepflanzt werden, kann dies auch mitunter sehr schwierig sein.

Auch der Anbau in einem normalen Gewächshaus ist kein Problem. Auch hier gibt es unterschiedliche Systeme und Bauweisen, die Ihnen im  Gewaechshaus-Ratgeber.Info  gut erklärt werden.

Tomaten im Gewächshaus anbauen: Das sollten Sie beachten

tomaten anbauen, worauf achten?Für Gewächshauspflanzen gelten die gleichen Regeln wie für Freilandpflanzen. Sie benötigen einen nährstoffeichenen Boden, der gut gelockert seine sollte. Falls Sie mit der Aufzucht aus Samen beginnen, sollten Sie nur die stärksten Exemplare verwenden. Sobald die pikierten Pflanzen ihre erste Blütentraube gebildet haben, sind sie bereit für die Auspflanzung. Doch Achtung: Die jungen Pflanzen haben einen sehr hohen Wasserbedarf. Starke Sonneneinstrahlung sorgt dafür, dass die Tomaten sehr viel Feuchtigkeit über die Blätter verdunsten. Damit Ihnen die Tomaten nicht eingehen, ist es daher sehr ratsam die Jungpflanzen durch die Abdeckung des Gewächshauses zu schützen und sie im Schatten weiter heranwachsen zu lassen.

Das Pflanzloch sollte ausreichend tief gegraben werden und einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern zur nächsten Pflanze aufweisen. Setzen Sie die Pflanze vorsichtig ein, füllen Sie das Substrat wieder auf und gießen Sie jede Pflanze mit 2-3 Litern Wasser an.

Zur weiteren Anzucht Ihrer Tomaten sollten Sie das Gewächshaus mindestens einmal täglich gründlich lüften, damit die Pflanzen keinen Schaden nehmen. Doch Obacht: Bitte nur lüften, wenn keine Frostgefahr besteht.

Tomaten im Gewächshaus – der Test

Nicht jede Tomate eignet sich für den geringen Platz in einem Gewächshaus. Bewährt haben sich Stabtomaten, da sie im Gegensatz zu anderen Sorten eher in die Höhe, als in die Breite wachen. Durch regelmäßiges Ausgeizen der Pflanzen können Sie da Höhenwachstum noch einmal unterstützen. Damit die Pflanzen nicht umknicken können Sie Stützen aus Holz oder Metallstäbe verwenden. Eine weitere Möglichkeit ist die Befestigung von Schnüren an der Decke des Gewächshauses. Hieran können Sie die Tomatenpflanzen befestigen.

Ein etwas größeres Problem im Gewächshaus ist die Befruchtung der Pflanzen. Während in der freien Natur überwiegend der Wind dafür zuständig ist, dass sich die Pflanzen bestäuben, herrscht im Gewächshaus üblicherweise Flaute. Doch das ist kein großes Problem, sie sollten nur regelmäßig selbst Hand anlegen und Ihre Tomatenpflanzen vorsichtig durchschütteln, damit sich der Blütenstaub verteilen kann und so einer gesegneten Ernte nichts mehr im Weg steht.

Auch im Gewächshaus können Ihre Tomaten von Schädlingen befallen werden. Tomaten werden besonders gerne von Blattläusen und den Larven der weißen Fliege befallen. Daher sollten Sie Ihre Pflanzen mindestens einmal wöchentlich kontrollieren. Dabei sollten Sie vermehrt ein Auge auf die Blattunterseiten Ihrer Tomatenpflanzen werfen, da diese bevorzugte Stellen für die meisten Schädlinge sind.

Bevor Sie hier zur Chemiekeule greifen, sollten Sie über den Einsatz von Nützlingen nachdenken, die den Schädlingen auf natürliche Weise den Kampf ansagen. Florfliegenlarven und Marienkäfer sind nur ein paar Beispiele für die natürlichen Feinde von Läusen und Co.

Etwas anders sieht es aus, wenn Ihre Tomaten einen Pilzbefall aufweisen. Hier sollten Sie möglichst schnell handeln und die erkrankten Pflanzen rigoros entsorgen. Denn gerade im Gewächshaus, in dem ein stetiges feuchtwarmes Klima herrscht, können sich Pilze sehr schnell verbreiten und Ihnen so die gesamte Ernte ruinieren.

Grundsätzlich gilt, je gesünder die Pflanze, desto unwahrscheinlicher ist ein Befall durch Schädlinge. Daher ist es besonders wichtig auf erste Anzeichen einer Mangelversorgung zu achten. Blasse Blätter oder fleckige Stellen können auf einen Nährstoffmangel hinweisen, der durch die geeignete Düngung schnell wieder ausgeglichen werden kann.

Tomatengewächshaus auch für den kleinen Garten

Wenn Sie zu den naturbewussten Menschen gehören, die auf den Anbau von eigenem Gemüse nicht verzichten möchten, ihr Garten aber nicht den Aufbau eines großen Gewächshauses zulässt, dann kann das Tomatengewächshaus für Sie genau das richtige sein. Hier gedeihen Ihre Pflanzen optimal und Sie wissen bei jeder Ernte, dass Ihre Pflanzen frei von Pestiziden und anderen Schadstoffen sind.  Falls Sie nicht jedes oder alle zwei Jahre den Standort Ihres Gewächshausen ändern können oder möchten, so sollten Sie im zeitigen Herbst damit beginnen den Boden für die neue Saison vorzubereiten und mit Nährstoffen zu versorgen. Dies können Sie beispielsweise mit Kompost erreichen oder mit Pferdedung. Doch Achtung: Pferdemist sollte mindestens zwei Jahre abgelagert sein, da es ansonsten zu „Verbrennungen“ an den Pflanzen kommen kann.

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