hagebutte

Vielen von unseren Lesern ist die Hagebutte sicherlich noch besonders gut aus ihrer Kindheit bekannt. Hagebuttentee war bis vor einigen Jahren noch eine der meist verzehrten Teesorten. Und auch der Inhalt der knallroten Hagebuttenbeere ist vielen von Ihnen bestimmt noch als Juckpulver geläufig. In den vergangenen Jahren gerat die Hagebutte allerdings immer mehr in Vergessenheit. Dabei steckt die kleine Frucht voller wertvoller Inhaltsstoffe, die einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Organismus beitragen können. Ganz besonders ihr immens hoher Anteil an Vitamin C macht die Hagebutte sehr wertvoll für den Menschen.

Hagebutte Herkunft – vom „Anbau“ bis zur Ernte

Wenn wir von der Hagebutte sprechen, meinen wir die Frucht verschiedener Wildrosenarten. In Ihrer Heimat, dem Iran, wird die Rose seit vielen Jahrtausenden kultiviert und fand schon in der Antike schnell ihren Weg über Vorderasien und Griechenland bis hin nach Südeuropa. Zu Zeiten des römischen Reiches wurde die Rose besonders auf Grund Ihrer schönen Blüte kultiviert. Zahlreiche Rosengärten wurde zu dieser Zeit angelegt. Der Frucht der Rose wurde lange Zeit keine Bedeutung geschenkt. Etwa ab 800 nach Christus verbreitete sich die Rose auf dem gesamten europäischen Kontinent und Naturheilkundler begannen, die Hagebutte, also die Frucht der Rose, als Heilmittel zu erforschen.

In seiner wilden Form wächst der Hagebuttenstrauch nahezu auf dem gesamten europäischen Kontinent und gilt als ausgesprochen anspruchslos. Der Strauch besitzt sehr spitze, widerhakenähnliche Zweige, die im Spätherbst das grüne Laub abfallen lassen, um dieses im zeitigen Frühjahr wieder austreiben zu lassen. Im Hochsommer setzt dann die Blüte ein und die Sträucher sind übervoll mit traumhaft schönen, weißen Blüten, die der Zuchtvariante der Rose in Ihrer Schönheit kaum nachstehen. Nach der Blüte bildet der Hagebuttenstrauch seine Früchte, die zuerst grün sind und sich bis in den Herbst leuchtend rot einfärben. Das Fruchtfleisch der Früchte ist sehr saftig, sein Geschmack ist leicht säuerlich. Im Innern der Früchte befinden sich zahlreiche Samenkapseln. Nahezu alle Bestandteile der Hagebutte können später weiterverarbeitet werden.

So wird die Hagebutte verarbeitet – Hagebutte Wirkung

Aus den Beeren der Hagebutte lassen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensmittel gewinnen, die allesamt einen positiven Beitrag auf den menschlichen Organismus haben können. Neben Tees und Marmeladen, die aus dem Fruchtfleisch der Hagebutte hergestellt werden, kann unter anderem auch Hagebutten Öl aus den Samen gewonnen werden, welches gerne zur Hautpflege genutzt wird. Hagebuttenpulver wird in der Alternativmedizin häufig zur Behandlung von Arthrosen verwendet.  Und so können die Bestandteile der Hagebutte im Einzelnen wirken:

  • Aus den getrockneten Schalen lassen sich besonders vitaminreiche Aufgüsse herstellen, die neben Vitamin C und den Vitaminen A, B1 und B2 auch wichtige Pflanzensäuren enthalten. In dieser Kombination wirken die Aufgüsse harntreibend und gleichzeitig abführend. Daher eignet sich diese Form der Verarbeitung besonders bei Nieren- und Blasenproblemen und auch Erkältungskrankheiten können mit Hagebuttenaufgüssen therapiert werden. Achtung: Der Vitamingehalt und der Gehalt der verschiedenen Mineralstoffe hängt stark vom Erntezeitpunkt der Hagebutte ab. Je später die Frucht geerntet wird, desto höher ist Ihr Gehalt an den genannten Stoffen. Außerdem wird die Frucht mit jedem Tag am Strauch süßer und schmeckt weniger säuerlich.
  • Als Marmelade oder Mus zubereitet kann die Hagebutte den Appetit anregen und dank ihrer austreibenden Wirkung unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen unterstützende Hilfe leisten.
  • In der Heilkunde wird sehr häufig Hagebuttenpulver verwendet, welches über einen hohen Anteil an Galaktolipid verfügt. Dieser sekundäre Pflanzenstoff gilt als starker Radikalfänger und soll Beschwerden, die durch Arthrose entstehen, mindern können. Viele namhafte Kliniken, unter anderem das Institute for Clinical Research, Kolding in Dänemark untersuchen derzeit in verschiedenen Studien die Wirkung von Hagebuttenpulver und Galaktolipiden auf rheumatische Erkrankungen. Dabei stehen die Verbesserung von Schmerzzuständen und die Beweglichkeit der Patienten im besonderen Fokus der Forscher. Die Ergebnisse sprechen derzeit für sich und lassen für die Zukunft durchaus hoffen, dass Hagebuttenpulver bei der Behandlung eben solcher Erkrankungen helfen kann. Bei dieser Form der Behandlung ist es übrigens besonders wichtig, dass das reine Pulver der Hagebutte verwendet wird, da die Galaktolipide sich bei einer Verarbeitung von über 40°C auflösen und dadurch unbrauchbar werden. Zur Herstellung von Hagebuttenpulver werden die Früchte daher sehr schonend getrocknet und einer starke Erhitzung wird vermieden.

Lecker kochen mit Hagebutten

hagebutten marmelade

Nicht nur Tees und Aufgüsse lassen sich aus den getrockneten Schalen der Hagebutte herstellen, auch tolle Marmeladen oder ganz spezieller Hagebuttenessig lassen sich aus den Früchten herstellen. Die leichtsäuerliche Note der Hagebutten lässt sich übrigens auch hervorragend dazu verwenden, Saucen einen ganz eigenen Geschmack zu verleihen und sogar als Zutat für Plätzchen und Kuchen eignen sich die roten Schalen. Ein Klassiker unter den Rezepten ist die Hagebuttenmarmelade. Zu deren Herstellung wird folgendes benötigt:

  • 1kg Hagebutten
  • Der Saft von 3 Orangen und einer Limette, nach Möglichkeit unbehandelt
  • 1kg Zucker
  • 1 Päckchen Gelierzucker 1:1
  • Nach Geschmack etwas Orangenlikör

Verwenden Sie bitte nur gut ausgereifte Früchte. Befreien Sie diese vom Stiel und den Blütenresten. Nachdem Sie die Früchte gewaschen und halbiert haben, geben Sie diese in einen Topf und bedecken sie mit reichlich Wasser. Nun werden die Früchte weichgekocht und anschließend durch ein Sieb gefiltert, so dass nur noch das reine Fruchtmark übrigbleibt. Hiervon entnehmen Sie etwa 600-700g und mischen dieser Masse den ausgepressten Saft der Orangen, der Limette und den Likör hinzu, geben den Gelierzucker zu und kochen das Ganze für einige Minuten auf. Danach geben Sie den Zucker unter ständigem Rühren bei und lassen diese Masse weitere 10 Minuten einkochen. Die Marmelade in heiß ausgespülte Einmachgläser geben und noch heiß verschließen.

Neugierig geworden? Aus Hagebutten lassen sich noch viele weitere Köstlichkeiten zaubern. Falls Sie Interesse am Kochen mit Hagebutten bekommen haben, finden Sie hier viele weitere leckere und gesunde Rezepte mit Hagebutten.

Hagebutten ernten oder kaufen?

Selbst in gut sortierten Supermärkten oder Reformhäusern sind frische Hagebutten eher selten zu bekommen. Zumeist erhalten Sie nur fertige Erzeugnisse aus Hagebutten. Deshalb sollten Sie – falls Sie frische Hagebutten wünschen – selbst ernten oder Sie greifen auf die getrockneten Varianten zurück. Frisch geerntet sind Hagebutten maximal drei Tage im Kühlschrank haltbar und sollten möglichst schnell verarbeitet werden. Je schneller die Frucht verarbeitet wird, desto weniger wichtige Nährstoffe gehen verloren. Bei den vorgefertigten Produkten im Supermarkt oder im Reformhaus können Sie ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass die geernteten Früchte unmittelbar nach der Ernte verarbeitet werden und so das Maximum an wichtigen Inhaltsstoffen hergeben.

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