Der asiatischer Marienkäfer – Harmonia axyridis

Der Asiatische Marienkäfer, biologisch „Harmonia axyridis“ ist auch unter Namen wie „Vielfarbiger Marienkäfer“ oder „Harlekin-Marienkäfer“ bekannt und stammt ursprünglich aus Japan und China. Zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde er erst in die USA und dann nach Europa eingeführt und diente hier als biologischer Schädlingsbekämpfer. Heute findet man den asiatischen Marienkäfer vielerorts wild und in Massen auf. Sein Vorkommen ist so hoch, dass in einigen Regionen befürchtet wird, dass er die einheimischen Marienkäfer-Arten verdrängt. Zudem kann der asiatische Marienkäfern sehr lästig werden, denn im Herbst bildet er große Schwärme und überwintert gern in Häusern.

Der asiatische Marienkäfer kann bis zu acht Millimeter lang und bis sieben Millimeter breit werden. Besonders extrem ist die unterschiedliche Färbung, die von hellgelb bis dunkelrot reicht und mit schwarzen Flecken, von denen die Käfer meist 19 besitzen, versehen ist. Während bei einigen Tieren die schwarzen Punkte sehr stark vorhanden sind, haben andere wiederum nur sehr schwach ausgeprägte Punkte oder sie fehlen sogar komplett.

In Europa fand man das erste freilebende Exemplar des Asiatischen Marienkäfers im Jahre 2001 in Belgien. Seitdem hat sich der asiatische Marienkäfer rasant ausgebreitet und wird seit 2002 zum Teil in Massen in West-Deutschland gesehen. Seit 2004 kommt er auch in Teilen Frankreichs vor und wird regelmäßig im Süden von Großbritanniens gesichtet. In wie weit der asiatische Marienkäfer aber genau verbreitet ist, ist nicht bekannt.

Der asiatische Marienkäfer lebt von große Mengen von Blattläusen. Er kann 100 bis 270 Blattläuse pro Tag vertilgen. Auf seinem Speiseplan stehen aber auch andere weichschalige Insekten, Insekteneier und Larven. In der Zeit der Überwinterung vermehren und ernähren sich asiatische Marienkäfer nicht. Daher sind sie auch keine Gefahr für die Gebäude, in denen sie gerne überwintern. Große natürliche Feinde hat diese Art von Marienkäfer nicht, da er durch das sog. Reflexbluten gelbe, bitter schmeckende und giftige Hämolymphe absondern kann. Da die Hämolymphe die Zahl von Bakterien stark reduzieren kann, besitzt der asiatische Marienkäfer eine sehr gute Immunabwehr. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass dieser Marienkäfer in so starker Anzahl vorhanden ist.

Zu schaffen macht der asiatische Marienkäfer der Weinwirtschaft. Zur Zeit der Weinlesezeit verbringen diese Marienkäfer die Nächte im vor Witterungseinflüssen geschützten Bereich der Weintrauben. Nicht selten gelangen die Marienkäfer dann bei der Weinlese in den Verarbeitungsbereich. Die Hämolymphe gehen dann in die Maische oder den Most über, was die Qualität der Weine sehr negativ beeinflussen kann. Ein solcher Wein schmeckt dann oftmals sehr bitter.